Berlin-Lichterfelde, 05./06.07.2025
Bereits im Vorfeld zeichnete sich ab, was sich dann vor Ort bestätigte: Viele Kleinigkeiten ergaben zusammen genommen das Bild einer ohne großes Engagement organisierten Masters-Meisterschaft. Dabei sind die Norddeutschen für viele Senioren der Saisonhöhepunkt, so sie sie nicht als Durchgangsstation zu den Deutschen Meisterschaften vom 22-24. August in Gotha betrachteten. Kaum vorbereitete Anlagen im eigentlichen Schmuckkästchen Stadion Lichterfelde und die zum Teil durch Zusammenlegung von Altersklassen sehr großen Teilnehmerfelder machten diese Veranstaltung zumindest für die Werfer nicht meisterschaftswürdig. Darunter und unter den hohen Temperaturen – am Sonnabend 29, am Sonntag sogar 31 Grad – litten sowohl die Teilnehmer als auch die Leistungen. Dennoch lässt sich die Bilanz der sieben LAC-Starter mit sechs Titeln und drei weiteren Vizemeisterschaften trotz aller Widrigkeiten durchaus sehen.
Die sportlich wertvollste Leistung vollbrachte wohl Speerwerfer Marcus Becker, der seine Altersklasse M50 mit im letzten Wurf erzielten 48,16 m gewann. Ihm machten vor allem die wechselnden Winde zu schaffen.
Drei – allerdings erwartete – Titel gingen in der W40 an Routinier Mareike Becker. Am Sonnabend sicherte sie sich die Titel mit Kugel (11,26 m) und Diskus (35,37 m), legte am Sonntagvormittag beim Hammerwurf mit 37,27 m und Titel Nummer Drei nach. Beim Diskuswerfen mussten 21 Teilnehmerinnen, die jeweils sechs Versuche hatten, die langen Zeiten zwischen den Versuchen überbrücken. Hier starteten die weiblichen Diskuswerferinnen aller Altersklassen gleichzeitig, was einen immer wiederkehrenden Spannungsabfall und ebensolchen -aufbau zur Folge hatte. Auch ein im Vorfeld schriftlich an den Veranstalter gerichteter Hinweis und ein Vorschlag, das Feld zu trennen und so meisterschaftswürdigere Wettkämpfe zu ermöglichen, wurde mit einer knappen Antwortmail negativ beschieden…
Wiedereinsteiger Christoph Teller ließ beim Hammerwerfen der M40 nichts anbrennen. Mit Saisonbestleistung von 40,10 m heimste der in Hannover lebende Pharmareferent Titel und Gold ein.
Zwei Medaillen, davon eine in Gold und eine in Silber, sicherte sich W50-Athletin Bettina Belau. Mit starken 13,82 Sekunden beherrschte sie am ersten Tag souverän das Feld der 80 m Hürden-Läuferinnen, am Sonntag sprang für einen Satz auf 4,32 m im Weitsprung die Vizemeisterschaft heraus.
Ebenfalls Silber ging an W65-Kugelstoßerin Beate Göbe-Blödorn. Die ehemalige Oberstudienrätin ging leicht geschwächt in den Wettkampf, musste sich dennoch mit 8,89 m nur ihrer Konkurrentin Wiebke Baseda vom SV Grün-Weiß Harburg geschlagen geben.
Diskuswerfer Frank Notbom kämpfte sich in seiner Altersklasse M60 durch das Feld der insgesamt 24 gleichzeitig zu ihren Wettkämpfen angetretenen Teilnehmer der Altersklassen M60 bis M85. 35,45 m und die Silbermedaille sind unter diesen Umständen aller Ehren wert, auch wenn der pensionierte Kriminalhauptkommissar auf eine bessere Weite gehofft hatte.
Franks Tochter Nadine beschäftigt sich erst seit wenigen Monaten ernsthafter mit dem Diskuswerfen und zollte ihrer ersten Norddeutschen Meisterschaft in ihrer Altersklasse W30 Tribut. Fünf Mal landete der Diskus der Sportstudentin entweder im Netz oder außerhalb des Wurfsektors, darüber hinaus wurde ein guter Versuch wegen Übertretens knapp ungültig gegeben. So standen am Ende sechs Kreuze in der Ergebnisliste hinter ihrem Namen. Nach dem Wettkampf mussten zwar ein paar Tränen getrocknet werden, allerdings nimmt Nadine gleich am nächsten Wochenende in Kiel bei den LM Masters einen neuen Anlauf, um sich für ihren Fleiß und Willen im Training mit einer guten Weite zu belohnen.
Für die meisten unserer Teilnehmer war Berlin eine Zwischenstation zu den DM Masters in Gotha im August. Die kommenden Wochen sollten genutzt werden, um die Leistungen zu stabilisieren und im besten Fall weiter zu entwickeln.
Text: U. Mundt, Fotos: privat








